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Lokaltherapie mit TACROLIMUS-Salbe sicher und erfolgreich
Atopie-Syndrom Neurodermitis

Tacrolimus ist seit vielen Jahren bekannt: vor 20 Jahren erstmals geprüft, erste Therapieversuche am Menschen 1991 veröffentlicht, später wurde dieser Wirkstoff für die lokale, äußerliche Anwendung bei atopischer Dermatitis aufbereitet und seither folgten zahlreiche Veröffentlichungen und Anwendungen an über 3 Millionen Patienten. Heute gilt Tacrolimus als eines der best geprüften und untersuchten Medikamente.
Atopische Dermatitis/Neurodermitis:
Hautentzündungen, die meist heftig jucken, und vom Säuglings- bis ins Greisenalter auftreten können. Durch Aktivierung von Entzündungszellen entstehen Botenstoffe, die die Entzündung "antreiben" und zu ganz ausgedehnten, heftigst juckenden Ekzemen führen, die letztendlich den ganzen Körper betreffen können.
Tacrolimus Wirkung auf/in der Haut:
Ist ein Calcineurin-Inhibitor (CNI), hemmt Calcineurin und damit die Produktion der Botenstoffe der Entzündung und beendet so die Entzündung.
Neurodermitis:
wurde bis vor etwa 10 Jahren ausschließlich mit Cortison-Zubereitungen fachärztlich behandelt. Mit Tacrolimus-Salbe steht seit einigen Jahren ein neues Medikament zur Verfügung. Im Gegensatz zu Cortison wirkt Tacrolimus ganz spezifisch über die Hemmung der Funktion von Entzündungszellen und unterbricht dadurch den Entzündungsprozess.
Wie wird Tacrolimus-Salbe angewendet?
Tacrolimus wirkt nicht so stark wie die stärksten Cortison-Präparate, daher soll es nicht als Erstmedikament bei schweren Ent-zündungen aufgetragen werden. Solche Erkrankungsschübe sollten zunächst und kurzfristig mit topischem Cortison behandelt werden, ist die heftigste Entzündung "im Griff", soll auf Tacrolimus-Salbe umgestellt und die Therapie damit bis zur vollständigen Rückbildung des "Ekzems" weitergeführt werden. Wichtig ist, die "aufkeimende" Entzündung durch sofortige Anwendung zum Abklingen zu bringen. Dieses neue proaktive Therapiekonzept der Neurodermitis wurde erst durch die Entwicklung von Tacrolimus möglich und hat sich vielfach bewährt, hilft es doch ganz wesentlich Cortison einzusparen.
Wie sicher ist Tacrolimus?
Durch unkritische Anwendung von Tacrolimus und anderer topischer CNI in den USA, wo es in Werbespots im Fernsehen angepriesen werden kann, wurden im Februar 2005 von Amerikanischen Gesundheitsbehörden verschiedene Nebenwirkungen berichtet. Diese erregten viel Aufsehen, weil versucht wurde, einen Zusammenhang von Tacrolimus-Salben Therapie und bösartigen Erkrankungen herzustellen. In weiteren Untersuchungen wurde festgestellt, dass kein ursächlicher Zusammenhang dieser Nebenwirkung mit der Anwendung von Tacrolimus Salbe nachgewiesen werden kann. Die Europäische Zulassungsbehörde (EMEA) hat daher auch kürzlich die Therapie mit Tacrolimus-Salbe neu geprüft und ist zum Schluss gekommen, dass ihr Nutzen ein etwaiges Risiko überwiegt. Zusammenfassend darf festgestellt werden, dass Tacrolimus-Salbe so gut untersucht ist wie kaum ein anderes Medikament, und dass sein Sicherheitsprofil bei korrekter Anwendung hervorragend ist.
Univ. Prof. Dr. Klemens Rappersberger
Wien, 3. August 2006
| T-Lymphozyten | wesentliche Entzündungszellen bei Neurodermitis |
| Calcineurin | aktiviert T-Lymphozyten |
| CNI | Calcineurininhibitor, hemmt Calcineurin |
| Zytokine | Botenstoffe von Entzündungszellen, die die Entzündung "antreiben" |
| Tacrolimus Salbe | hemmt gezielt Calcineurin und beendet damit die Entzündung bei Neurodermitis |
| Cortison | hemmt außer T-Lymphozyten viele andere Entzündungszellen und -vermittler |