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Neues Expertenstatement zum Stellenwert der Protopic® Therapie erschienen
Im September 2006 ist anlässlich der zahlreichen Diskussionen um die Sicherheit der Therapie mit Calcineurinihibitoren ein Expertenstatement in Österreich erschienen. Die Experten sind sich einig und schreiben darin eindeutig den hohen Stellenwert dieser Therapieoption insbesondere für die Langzeittherapie fest. (Fritsch et al; Medical update Nr. 34/September 2006)
Die neue Substanzklasse der Calcineurininhibitoren - zugelassen zur topischen Behandlung der atopischen Dermatitis - stellt seit 2002 auch in Österreich eine Alternative zu Kortikosteroidpräparaten dar. Nach vereinzelten Berichten über das Auftreten von Malignomen bei einer kleinen Anzahl von Patienten unter einer Therapie mit Calcineurininhibitoren hat die EMEA (European Medicines Agency) eingehend Nutzen und Risiko der Substanzklasse evaluiert. Der wissenschaftliche Ausschuss der EMEA konnte nach umfassender Prüfung aller verfügbaren Informationen keinen kausalen Zusammenhang zwischen topisch angewandtem Tacrolimus und dem Auftreten von Malignitäten nachweisen und hat die Second line-Indikation nach erfolgloser Steroidtherapie oder Steroidunverträglichkeit bestätigt. Es werden in der adaptierten Fachinformation nun die intermittierende Therapie bis zum Abheilen und der frühzeitige Einsatz bei erneuten Schüben empfohlen.
Vor diesem Hintergrund wird nachfolgend das proaktive Therapiekonzept beleuchtet und evaluiert, das eine Intervention im frühen Stadium des Schubes erlaubt.
Schlussfolgerungen
Die Atopische Dermatitis verläuft in Schüben. Bei erfolgloser Schubtherapie mit Steroiden ist Tacrolimus-Salbe indiziert. Das proaktive, intermittierende Therapiekonzept sieht die Anwendung bei den ersten Zeichen eines Schubes bis zur Symptomfreiheit vor. Es dient der Schubprophylaxe, verlängert die schubfreien Intervalle und verringert die Ausprägung von Rezidiven, wodurch langfristig ein günstigeres Krankheitsniveau erreicht werden kann.
- Die Langzeitbehandlung von Erwachsenen mit 0,1% Tacrolimus-Salbe bei mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis ist signifikant wirksamer als ein Kortikosteroid-Regime.
- Mit 0,03% Tacrolimus-Salbe kann die atopische Dermatitis bei Kindern ab 2 Jahren sehr gut und sicher beherrscht werden. Klinische Studien zeigten eine signifikante Überlegenheit gegenüber einem topischen Steroidregime
- Tacrolimus-Salbe verfügt über ausgeprägte antiinflammatorische Effekte an der Haut von Neurodermitikern. Hinweise für eine systemische Immunsuppression wurden nicht gefunden
- Tacrolimus-Salbe verfügt über ein gutes Verträglichkeitsprofil, beeinflusst weder Kollagensynthese noch Hautdicke und führt zur Erholung der Haut nach steroid-induzierter Hautatrophie.
- Studien und die Analyse der EMEA zeigen keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Verwendung der Tacrolimus-Salbe und dem Auftreten von Tumoren Daher sollten Patienten, die Tacrolimus-Salbe verwenden, ihre Behandlung weder abbrechen noch modifizieren, ohne ihren verschreibenden Arzt zu konsultieren.
- Insgesamt ist die Behandlung mit Tacrolimus-Salbe eine wirksame und sichere therapeutische Option für Patienten mit atopischer Dermatitis, bei der, wie vom wissenschaftlichen Ausschuss der EMEA bestätigt, der Nutzen das Risiko überwiegt.

Kriterien für einen proaktiven und effektiven Einsatz von Tacrolimus Salbe
- bei erfolgloser Schubtherapie mit Steroiden ist Tacrolimus-Salbe indiziert
- Einsatz im frühen Schub: Anwendung bei den ersten Entzündungszeichen
- Behandlung bis zur klinischen Remission
- Monotherapeutischer Einsatz von Tacrolimus-Salbe
- Für Akuttherapie stark nässender Schübe sind kurzfristig topische Steroide (Cremes) erwägenswert
"Die Krankheitskontrolle sollte mit intermittierender Therapie erfolgen; nach der initialen Abheilung ist das proaktive Konzept der adäquate Behandlungsansatz."
nach Fritsch, Rappersberger, Rauch, 2006
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Medical Update Sept.2006: Therapiekonzept atopische Dermatitis als PDF Datei laden |
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Medical Update 2004: Stellenwert Tacrolimus Salbe als PDF Datei laden |

