Was sind Pellets?
Pellets sind kleine Kügelchen mit Durchmessern von nur wenigen Zehntel Millimetern, von denen aber jedes für sich die Arzneistoffe in jeweils derselben Beschaffenheit und Konzentration enthält. Jedes dieser Kügelchen stellt für sich theoretisch die winzige Aufteilung einer größeren Einzeldosis, also z.B. einer Tablette dar.
Pellets lassen sich auch unterschiedlich gestalten. Ein "magensaftresistentes Pellet" ist mit einem Film überzogen, der sich erst im alkalischen Milieu des Darmes auflöst. Und bei einem "Retard-Pellet" wird ganz allgemein der Wirkstoff verzögert freigesetzt.
Wegen ihrer Winzigkeit können die Pellets auch durch einen geschlossenen Magenausgang (Pylorus) dringen, während Tabletten, Dragees etc. unter Umständen Stunden lang im Magen verbleiben und die ersten Arzneiwirkungen daher oft erst nach Stunden spürbar werden.
Schließlich können in ein und derselben Hartgelatine-Kapsel verschiedene Pellet-Sorten desselben Wirkstoffs oder auch mehrere Substanzen in Pelletform gemischt werden. Man erzielt auf diese Weise eine Art "programmierter Freisetzung" von Wirkstoffen. So können z.B. schnell freisetzende und Retard-Pellets kombiniert werden, wodurch man zunächst einen schnellen Wirkungseintritt erreicht, dem dann eine lange "Retard-Phase" folgt. Mischt man Pellets verschiedener Wirkstoffe, so können dadurch deren oft unterschiedlich lange Halbwertszeiten ausgeglichen werden.

