So entstehen Venenleiden

Ein Venenleiden kommt nicht plötzlich!

Was mit kleinen "Besenreisern" und schweren Beinen nach einem ganz normalen Arbeitstag beginnt, kann sich nur allzu leicht zu einer schweren Beeinträchtigung der Beine auswachsen. Und die Hälfte aller Venenerkrankungen bestehen schon, bevor man die ersten Zeichen sehen kann. Nur eine Früherkennung und eine sofort einsetzende Behandlung der ersten Beschwerden können unschönen Krampfadern, schmerzhaften Beinschwellungen, einem Unterschenkelgeschwür (=offenes Bein) oder gar einer tiefen Beinthrombose vorbeugen.

Ein Venenleiden kann sich schon in jungen Jahren entwickeln. Besonders gefährdet sind Menschen, die in ihrem Berufsleben viel sitzen oder stehen müssen.

Weitere Risikofaktoren:

  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • falsche Ernährung
  • Schwangerschaft oder Einnahme der Antibaby-Pille.

Venenwandschwäche ist auch vererbbar.

So funktioniert unser Blutkreislauf

Blutkreislauf Der Blutkreislauf besteht aus zwei Leitungssystemen: Den Arterien und den Venen, der Motor, die "Pumpe" für dieses System ist das Herz.

Die Arterien (rot) transportieren sauerstoffreiches Blut vom Herzen in alle Teile des Körpers und versorgen das Gewebe mit dem lebenswichtigen Sauerstoff.

Die Venen (blau) transportieren das nun sauerstoffarme Blut wieder zum Herzen zurück. Von dort wird das Blut in die Lunge geschickt und mit frischen Sauerstoff beladen.

Die Venen haben kein eigenes Pumpsystem. Das Blut muss entgegen der Schwerkraft von unten nach oben transportiert werden. Dafür haben die Beinvenen ein spezielles Klappensystem. Diese Venenklappen lassen das Blut nur nach oben passieren und verhindern ein Absacken das Blutes. Beim Bewegen der Beine kommt das Blut in Bewegung und fließt nach oben. Diese Muskelpumpe kann aber nur bei intakter Funktion der Venenklappen funktionieren. Schließen diese Klappen nicht mehr gut genug, entsteht ein Blut-Rückstau in den Beinvenen - ein sehr häufiger Beginn von Venenleiden.

Warum werden Venenwände schwach?

Die weitaus häufigste Ursache ist Vererbung.

Schwache Venenwände überdehnen sich bei einem Blutstau, die Klappen schließen nicht richtig und der Blutrückstau in den Beinen wird stärker. Ein Teufelskreis beginnt: Die Venen sind überfordert, Flüssigkeit tritt durch die porösen Venenwände ins Beingewebe aus. Die Beine schwellen an und aus den stark überdehnten oberflächlichen Beinvenen werden Krampfadern.

Krampfadern können gefährlich werden!

Krampfadern Sichtbare Krampfadern deuten auf ein fortgeschrittenes Venenleiden hin. Der Blutrückstau setzt das Gewebe unter Dauerstress! Flüssigkeit tritt ins Gewebe aus, die Sauerstoffversorgung wird unterbrochen. Das Gewebe in den Beinen verschmutzt, auf Dauer kann es sogar zugrunde gehen.

Schmerzen, Spannungen und geschwollene Beine...

Schmerzhaft wird es, wenn sich die Krampfadern immer stärker ausdehnen und Venenentzündungen entstehen, die sehr langwierig sein können.

Wegen der schlechten Ernährung des Beingewebes kann es zu Hautschäden kommen - bis zum so gefürchteten "offenen Bein", dem Ulcus Cruris. Dieses Geschwür in der Knöchelregion heilt nur sehr schwer aus und bedarf einer intensiven ärztlichen Behandlung.

VORSICHT!
Die ersten Beschwerden können schon ernste Probleme sein!

Eine Venenerkrankung ist meist ein Prozess von vielen Jahren, der aus kosmetischen Problemen eine echte Erkrankung der Beine entstehen lässt.

Es beginnt schon damit, dass kleine Alltagsbelastungen zu unangenehmen Begleiterscheinungen führen. Wadenkrämpfe in der Nacht, ein Schweregefühl in den Beinen nach langem Sitzen, Schwellungen und unerklärliche Beinschmerzen sind die ersten massiveren Warnsignale.

Jetzt wäre der Zeitpunkt, rasch gegen Schlimmeres vorzubeugen. Denn: Je früher man eine Venenerkrankung erkennt und behandelt, desto erfolgreicher können die Beine geschützt werden.