Was tun vor und nach einer Organtransplantation?

Vor der Transplantation

Wenn Sie oder ein Freund oder Verwandter vor der Entscheidung für oder gegen eine Organtransplantation stehen, finden Sie auf diesen Seiten alle wesentlichen Informationen. Diese sollen Ihnen bei Ihrer Entscheidung behilflich sein, abnehmen können sie sie Ihnen jedoch nicht.

Tragen Sie sich mit dem Gedanken, selbst nach Ihrem Tod ein oder mehrere Organe zu spenden, hält das Transplant-Forum ebenfalls eine umfangreiche Sammlung von Informationen und Links für Sie bereit.

Transplantforum
Transplantforum - Infoportal für Patienten
rund um die Organtransplantation

Organe und Erkrankungen

Im Verlauf einer Erkrankung werden die ursprünglichen Funktionen eines Organs zusehends außer Kraft gesetzt. Mitunter besteht die Gefahr, dass Sie Verschlechterungen nicht bemerken, weil sie keinen oder nur geringen Einfluss auf Ihre Lebensqualität haben. Gerade bei Lebererkrankungen bleiben die Betroffenen noch bis kurz vor dem Kollaps des Organs relativ leistungsfähig und laufen so Gefahr, den Fortschritt ihrer Erkrankung falsch einzuschätzen. Es ist daher wichtig, dass Sie erste Anzeichen von Veränderungen ernst nehmen. Nur so ist eine rechtzeitige Therapie möglich.

Therapie: Transplantation

Die Organvermittlung wird von Eurotransplant organisiert, einer gemeinschaftlich getragenen Organisation. Dort sind die Daten aller Kandidaten gespeichert. Die Kriterien für die Aufnahme in die Warteliste von Eurotransplant werden in Deutschland durch die Richtlinien der Bundesärztekammer definiert.

Nierentransplantation

Die Nierentransplantation ist das zur Zeit am besten geeignete Verfahren zur Behandlung des endgültigen Nierenversagens und wird auf der ganzen Welt angewendet.

Über 90 Prozent aller transplantierten Patienten verlassen die Klinik mit einem funktionierenden Organ. Nach einem Jahr ist die Nierenfunktion noch bei 85 Prozent aller Patienten stabil. Die Transplantationsforschung arbeitet ständig an der Weiterentwicklung der Medikamente, durch die das Überleben und die Funktionsfähigkeit der Transplantate in der Zukunft noch weiter verlängert werden können.

Lebertransplantation

Die Lebertransplantation ist heute das einzige Verfahren zum vollwertigen Ersatz einer Leber, die aufgrund einer krankheitsbedingten Veränderung oder eines angeborenen Defekts keine ausreichende Leistung bringt.

Während die Nierenfunktionen weitgehend durch die Dialyse ersetzt werden können, ist bei der Leber ein künstlicher Ersatz nur über kurze Zeit möglich. Daher ist die Lebertransplantation eine Leben rettende Maßnahme.

Herztransplantation

In vielen Fällen können Herzerkrankungen durch konventionelle Herzchirurgie behandelt werden. Beispielhaft seien hier genannt das Anlegen von Umleitungen zur Überbrückung der verengten oder blockierten Koronararterien (Bypasschirurgie), der Klappenersatz oder die Reparatur angeborener Herzfehler. Es gibt allerdings Fälle, in denen die konventionelle Chirurgie nicht mehr weiterhelfen kann. Hier ist das Herzgewebe bereits so stark geschädigt, dass es keine Möglichkeit mehr zu einer Erholung oder Verbesserung der Herzfunktion durch chirurgische Reparaturmaßnahmen gibt. In diesen Fällen ist es zwar manchmal möglich, die Herzfunktion noch über eine gewisse Zeit mittels moderner Medikamente (z. B. sog. Betablocker) zu stabilisieren. Längerfristig ist allerdings die einzig mögliche lebensrettende Maßnahme die Entfernung des kranken Herzens und dessen Ersatz durch ein Spenderorgan. Dabei ist es wichtig, dass der Patient rechtzeitig für eine Transplantation gelistet wird, da in der Regel die Wartezeit auf ein Spenderorgan ca. 12 bis 18 Monate beträgt und diese Zeit ohne Transplantation überstanden werden muss